affiliate radio #005: Tipps für Affiliates, Interview mit Albert Warnecke

 
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Albert Warnecke hat auf der Search Engine Strategies 2006 in München durch den 2. Tag moderiert. Er ist Inhaber der Website bandikutmedia.de und managed Online-Shops professionell. Ich habe ihn gefragt, wie er Suchmaschinenoptimierung einschätzt und welche Tipps er für Affiliates hat.

Albert Warnecke und Karsten Windfelder auf der SES 2006
Albert Warnecke und Karsten Windfelder auf der SES 2006

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Ich war auf der Search Engine Strategies 2006 in München. Dort habe ich Albert Warnecke getroffen. Er ist Inhaber der Seite bandikutmedia.de. Er erzählte mir, dass ein Bandikut ein kleines australisches Beuteltier ist. Er managed Online-Shops professionell. Ich habe ihn gefragt, was er von Suchmaschinen-Optimierung hält und ob er Tipps für Affiliates hat.

Karsten Windfelder: Wir haben jetzt hier gerade die Website-Klinik erfahren. Was sind denn so sie wesentlichen Sachen, die wesentliche Fehler, die eigentlich viele falsch machen?

Albert Warnecke: Jetzt speziell bei Online-Shops oder generell?

Karsten Windfelder: Ganz generell aus dem, was wir heute erfahren haben?

Albert Warnecke: Immer noch verwenden viel zu viele Seiten Frames. Und was ich immer sage ist: “Ihr müsst, auch wenn es eine kommerzielle Seite ist, die Sache eigentlich vom redaktionellen Standpunkt aus angehen.” Das heißt, man muss Texte produzieren, die intelligent und pfiffig und nutzwertig sind und eben diese Suchbegriffe enthalten, auf die optimiert werden soll.
Was ich bei der Arbeit mit meinen Kunden immer feststelle ist, dass zum einen schlecht getextet wird, da das vielen einfach schwer fällt. Als ehemaliger Redakteur kann ich da helfen. Und auf der anderen Seite eben, dass viel zu viele Wert auf ein wunderbares und super tolles Design legen. Was auch wichtig ist, aber am Ende des Tages sag man immer: Jedes Wort mehr, was ihr in eure Texte schreibt, liebe Kunden, bietet einfach mehr Angriffsfläche für Google. Je mehr ihr Google vorwerft zum Füttern, umso besser kann sie euch spidern, umso besser werdet ihr gefunden. Das ist eigentlich so meine Hauptgeschichte. Und natürlich dass unheimlich viele Betreiber noch Frames einsetzen. Diese beiden Dinge.



Karsten Windfelder:
Und man sollte Seiten bauen für Besucher und nicht für Suchmaschinen und dann müsste es eigentlich, wenn man sauber arbeitet langfristig funktionieren?

Albert Warnecke: Ja, ich denke auch immer, wenn ich für die Suchmaschine etwas baue, baue ich gleichzeitig was für meine Benutzer, weil die Suchmaschine arbeitet ja nur im Auftrag des Benutzers. Google ist ja willig und bereit mich nach oben zu ranken, so lang ich nur sinnvollen Content habe.

Karsten Windfelder: Was würden Sie tun, wenn sie jetzt von Affiliate Marketing hören? Wie fang ich denn nun an? Würden sie eine Seite bauen mit ganz vielen Themen und Produkten oder sich auf eine Nische stürzen? Was ist ihr Tipp?

Albert Warnecke: Mein Tipp ist, sich wirklich zu überlegen, weshalb ich das machen will. Ich muss erstmal gucken – will ich es nebenberuflich machen und mir ein paar Euros dazu verdienen oder will ich es irgendwann ausbauen zum Hauptberuf? Und dann würde ich überhaupt keine Webseite als erstes bauen, sondern, ich muss den Ball jetzt einfach zurückspielen, auf Ihre Seite gehen oder auf die Seite von anderen Leuten, die sich mit Affiliate Marketing beschäftigen und mich da erstmal durchwühlen und eine Stoffsammlung anlegen.
Man setzt sich hin, macht einen Plan: Was kann ich gut? Wozu kann ich mich äußern? Denn nur zu Sachen, die ich wirklich gut kenne, zu denen ich mich äußern kann, kann ich Content drum herum bauen. Dann baue ich eine schöne Seite drum herum. Dieses schön bedeutet nicht unbedingt voller Flash und Gifs, sondern sehr schön strukturiert, interessant und intelligent gemacht. Dann fange ich mal an und suche mir irgendwelche Affiliate-Programme, die wirklich zu mir passen. Und da muss natürlich die Auszahlung stimmen. Das ist klar. Aber für mich wichtiger wäre eigentlich, dass ich mich mit dem, der das Affiliate-Programm betreibt, kurzschließe und eventuell mal telefoniere und erforsche: Ist diese Person langfristig am Markt? Oder andersherum: Wenn ich langfristig am Markt sein will, dann sollte ich mir einen Partner suchen, der schon langfristig dabei ist. Dann verzichte ich gerne auf ein paar Prozent Auszahlung, habe dafür aber jahrelang was davon. Meine persönliche Meinung ist, dass die Merchants das auch ganz pfiffig machen. Sie geben einem eine sehr hohe Auszahlung cash auf die Hand, aber man bekommt keine Lifetime-Geschichten, weil die Lifetime-Geschichten auch immer schwieriger zu händeln sind. Da muss man sich überlegen, was für ein Typ man ist.

Karsten Windfelder: Kommt auch sehr auf das Produkt an, aber da bin ich persönlich auch sehr dafür. Auch wenn es eine kleinere Summe ist, aber ich habe langfristig etwas davon…

Albert Warnecke: Genau. Bei Lifetime-Provision muss derjenige, der mir das ausschüttet natürlich seriös sein. Ist er denn in zwei, drei, vier Jahren noch am Markt? Die Frage stellt sich natürlich nicht, wenn ich mit den Großen wie Arcor, T-Online oder OTTO was mache. Die sind natürlich sicher.

Karsten Windfelder: Ja. Oder ein Zeitschriftenabonnement vom Verlag…
Wir sind hier auf der Suchmaschinenkonferenz SES 2006. Wie ist so ihr Gesamteindruck? Haben sie auch noch ein bisschen was mitnehmen können?

Albert Warnecke: Ja, als Moderator kann ich nur von meinen Panels berichten und ich hatte das Gefühl, dass der Markt sich immer mehr professionalisiert. Also in meinen Augen wurde auch auf recht hohem Niveau diskutiert. Also die ganzen Grundbegriffe sind jetzt einfach durch. Wir hatten am Vormittag auch einen kleinen Workshop. Da ging es um Onlineshops und da wurde allgemein gesagt, dass die Szene immer professioneller wird. Das viele Leute weggehen von ebay, sich einen eigenen Shop einrichten. Das eben gerade Massenhoster, wie 1und1 und Strato, immer bessere Angebote bieten. Gerade auch jetzt mit Schnittstellen zu Pandora und anderen Suchmaschinen. Ich finde, dass der gesamte Onlinebereich auf einem guten Weg ist. Sozusagen das Anfangsstadium hinter sich zu lassen und wirklich zu einem seriösen Business zu werden, in dem seriöse Menschen, vielleicht etwas unkonventionell, Working-from-home, ihren Lebensunterhalt verdienen.

Karsten Windfelder: Vielen Dank für ihre Eindrücke. Sind sie nächstes Jahr wieder dabei?

Albert Warnecke: Ja, hoffe ich doch.

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